Pädagogische Konzeption
Konzeption
der deutsch- russischen
Kindertagesstätte Sternschnuppe
Inhalt
1. Unsere Einrichtung
1.1 Lage und soziales Umfeld
1.2 Platzvergabe
1.3 Räumlichkeiten / Außengelände
1.4 Gruppenzusammensetzung
1.5 Mitarbeiter-Team
1.5.1 Kita-Leitung
1.5.2 Praktikanten / Mitarbeiterinnen in berufsbegleitender Ausbildung
1.5.3 Prinzipien für die Qualitätsentwicklung und -sicherung
1.6 Öffnungs- und Schließzeiten
1.7 Ernährung
1.8 Tagesablauf
1.9 Beiträge
2. Träger der Einrichtung
3. Unsere pädagogischen Zielsetzungen
3.1 Unser Bild vom Kind
3.2 Die Rolle der Erzieherin in der pädagogischen Arbeit
3.3 Bilinguale Erziehung
3.3.1 Die Immersions-Methode
3.3.2 Das bilinguale Konzept
3.4 Basiskompetenzen fördern
3.4.1 Kognitive Kompetenzen
3.4.2 Physische Kompetenzen
3.4.3 Motivationale Kompetenzen
3.4.4 Soziale Kompetenzen
3.4.5 Lernmethodische Kompetenz
3.5 Förderschwerpunkte / Bildungsbereiche nach dem Berliner Bildungsprogramm
3.5.1 Sprachliche Bildung, bilinguale / interkulturelle Erziehung,
Sprachstandserhebung
3.5.2 Mathematische Grunderfahrungen
3.5.3 Körper, Gesundheit und Pflege
3.5.4 Naturwissenschaftliche und technische Grunderfahrungen
3.5.5 Ästhetische, bildnerische und kulturelle Bildung
3.5.6 Bewegungserziehung und -förderung / Sport
3.5.7 Musikalische Bildung und Erziehung
3.5.8 Umweltbildung und -erziehung
3.5.9 Medienbildung und -erziehung
3.5.10 Demokratiekompetenz
3.6 Integration von Kindern mit Beeinträchtigungen bzw. besonderen Begabungen
3.7 Beobachtung und Dokumentation
4. Gestaltung der Übergänge
4.1 Eingewöhnung
4.2 Gruppen- und Raumwechsel
4.2 Vorbereitung und Begleitung des Übergangs in die Schule
5. Erziehungspartnerschaft mit Eltern
6. Zusammenarbeit mit anderen Institutionen und Einrichtungen
1.5 Mitarbeiter-Team
1.6 Öffnungs- und Schließzeiten
Der Kindergarten ist Montag bis Freitag von 07:00 bis 17:00 Uhr geöffnet.
Darüber hinaus wird für die musikalische Früherziehung, das Frühstück, den Nachmittagssnack, Ausflüge und Spiel- und Lernmaterial ein zusätzlicher Beitrag von 35,- € monatlich erhoben. Eltern, die für ihre Kinder einen Berlin-Pass vorlegen, zahlen seit dem 01.08.2012 einen zusätzlichen Beitrag in Höhe von 15,- €.
Lernorte- Wissen und Bildung für Kinder GmbH
3. Unsere pädagogischen Zielsetzungen
3.4 Basiskompetenzen fördern
Die Basiskompetenzen umfassen kognitive, physische, motivationale, soziale und lernmethodische Kompetenzen.
3.4.1 Kognitive Kompetenzen
1. Unsere Einrichtung
1.1 Lage und soziales Umfeld
Der Kindergarten Sternschnuppe wurde am 01.01.2005 nach einer grundlegenden Sanierung und Renovierung eröffnet. Seit August 2012 haben wir mit einer Erweiterung die Platzkapazitäten auf 60 - 62 Kinder im Alter von 1 Jahr bis zum Schuleintritt erhöht.
Unsere Einrichtung liegt zentral im Erdgeschoss des Wohnhauses Sterndamm 41 - 45. Auf der Rückseite des Hauses befindet sich der Johannisthaler Park. Auf der anderen Seite des Sterndamms befindet sich ein Wald, die Königsheide. Die Verkehrsanbindungen sind nahezu ideal. Innerhalb kurzer Zeit sind Straßenbahnen (21, 37, 63, 67), Busse (X11, M11, M17, 160, 163, 166, 265) und S- Bahnen (S 45, S 46, S 8, S 85, S 9) zu erreichen.
Die Kindertagesstätte ist offen für alle Kinder – unabhängig von ihrer Herkunft, ihrer Nationalität, ihrer ethnischen Zugehörigkeit und ihrer religiösen oder weltanschaulichen Prägung. Wir betreuen Kinder unterschiedlicher sozialer Herkunft. Hier zu leben und zu arbeiten heißt für uns, verschiedene Kulturen miteinander zu verbinden. Kinder lernen mit anderen Kulturen toleranter umzugehen. Wir legen besonderen Wert auf eine umfassende zweisprachige Erziehung der Kinder.
1.2 Platzvergabe
Die Plätze werden nach folgenden Richtlinien vergeben:
- Um Geschwisterkindern zu ermöglichen, gleichzeitig die Kindertagesstätte zu besuchen, werden Geschwisterkinder bei der Aufnahme bevorzugt.
- Um Mitarbeiterinnen zu ermöglichen, nach der Elternzeit wieder bei uns tätig zu werden, werden die Plätze im benachbarten Kindergarten Sternschnuppe bevorzugt an Kinder von Mitarbeiterinnen des Kindergartens Am Haselbusch vergeben, sowie umgekehrt auch Mitarbeiterinnen der Kindertagesstätte Sternschnuppe bevorzugt bei der Platzvergabe für ihre Kinder in der Kindertagesstätte Am Haselbusch berücksichtigt werden.
- Russischsprachige Kinder werden für 50 % der zu vergebenden Plätze aufgrund der Umsetzung der Bilingualität bevorzugt berücksichtigt.
- Die Zusammensetzung der Gruppen erfolgt altershomogen und sollte nach Alter und Geschlecht gut ausgewogen sein.
- Die Aufnahme der Kinder erfolgt ohne Ansehen ihrer Herkunft, ihrer Nationalität, ihrer ethnischen Zugehörigkeit und ihrer religiösen oder weltanschaulichen Prägung, d.h. wir betreuen auch Kinder anderer Nationalitäten.
- Nach Möglichkeit werden auch Kinder mit Behinderungen aufgenommen.
1.3 Räumlichkeiten / Außengelände
Das Gebäude wurde 1953/1954 gebaut und gliedert sich in Erdgeschoss bis 3. Obergeschoss. Unsere Räume befinden sich im Erdgeschoss und umfassen 382 m². Unser Haupteingang und der 420 m² große Spielplatz befinden sich auf der Hofseite.
Im erweiterten Teil der Hausnummer 45 befindet sich der Gruppenraum und der Sanitärbereich für unsere Krippengruppe (Bienchen für Kinder ab 1 Jahr). Die Räume für die Mäuschengruppe (für Kinder ab 2 Jahren), die Häschengruppe (für Kinder ab 3 – 4 Jahren) und die Bärchengruppe (für Kinder ab 5 – 6 Jahren) liegen in unseren Bestandsräumen. Die Kinder werden in den Kernzeiten (8:30 – 15:00) altershomogen betreut. Die Gruppenräume der Mäuschen und der Häschen sind durch eine Tür getrennt, so dass außerhalb der Kernzeiten bzw. wenn auch wenig Kinder in der Einrichtung sind, die Gruppen zusammengelegt werden können. Alle Kinder (außer die Kinder der Bärengruppe) schlafen in eigenen Betten. Die Kinder der Bärengruppe können sich auf Liegepolstern ausruhen. Für alle Kinder gibt es einen gemeinsamen Garderobenbereich und separate Sanitärbereiche.
Im Mehrzweckraum finden 2 x pro Woche die musikalische Früherziehung (in deutsch und in russisch) und der Frühsport statt. Der Mehrzweckraum wird auch für Feste und Feiern genutzt.
Die Beziehung zwischen Mensch und Raum spielt bei Kindern eine besonders wichtige Rolle, denn Kinder erleben mit dem ganzen Körper, und sie sind höchst sensibel für die Sinneseindrücke. Kinder haben noch die Fähigkeit zu entdecken und zu erfassen. Bau und Gestaltung der Räume, die wir für die Kinder in der Tageseinrichtung schaffen, bestimmen die Spiel- und Erfahrungsmöglichkeiten der Kinder und das Geschehen in der Gruppe auf entscheidende Weise mit.
Gruppenräume als Lebensräume – zugleich regen die Räume zu verschiedenen Spielen und Aktivitäten an, Ruhe und Rückzug sind wichtig und die Bildung spontaner wie gelenkter Untergruppen wird zugelassen. Auf diese Weise können Angebote der Erzieherinnen neben freien Spielen der Kinder stattfinden; können die älteren Kinder ab und zu unter sich sein. Die Differenzierung in der Raumgestaltung erfolgt unter folgenden Aspekten:
- Gruppenräume als Forschungs- und Experimentierfelder, in denen Kinder mit allen Sinnen ein Bild von der Welt entwickeln können
- Die Kinder haben feste Gruppenräume, die Ihnen Orientierung bei der Auswahl ihrer Tätigkeiten, bei der Gestaltung Ihres Spiels, bei der Auswahl von Bezugspersonen und Spielgefährten bieten und die Möglichkeit Ihre eigenen Projektergebnisse im Gruppenraum auszustellen,
- Vor den Gruppenräumen im Flur werden regelmäßig Fotodokumentation von wichtigen Ereignissen, Festen, Feiern, Projekten und Ausflügen für Eltern und Kinder gut sichtbar aufgehängt,
- Unterschiedliche Aktivitäten (Bauecke, Rollenspiel- und Puppenecke, Puppenspiele, Mal- und Bastelbereich, Bilderbuchecke, Kasperlespielbereich …)
- Nutzung der Nebenräume – alle verfügbaren räumlichen Möglichkeiten werden genutzt
- Mehrzweckraum – Der gruppenoffene Raum der Einrichtung ist für die psychomotorische Entwicklung, musikalische Früherziehung und Feste geeignet.
- Das Außengelände ist ein weiterer wichtiger Erfahrungsraum für Kinder. Mehrmals täglich gehen wir mit den Kindern in den Garten bzw. unternehmen mit den Kindern ab 3 Jahren regelmäßig Ausflüge. In unseren Garten können die Kinder schaukeln, klettern, sich verstecken, laufen, sich mit Laufrädern, Dreirädern usw. bewegen, im Sandkasten spielen, selbst gepflanzte Blumen und Kräuter pflegen und neu entdecken.
- Die Kinder können entscheiden, welche Pflanzen gesät werden, welche Themen situationsbezogen aufgegriffen werden (z.B. wie leben Ameisen, was machen Bienen und Eichhörnchen, welche Jahreszeiten gibt es und wie verändert dies unseren Garten).
1.4 Gruppenzusammensetzung
In vier Gruppen werden insgesamt 60 Kinder, im Alter von 1- 6 Jahren betreut. Die Gruppen sind nach Tieren benannt. Die Zusammensetzung ist in den Krippengruppen altershomogen (Kinder eines Jahrgangs werden in den Gruppen betreut). Die Betreuung in der Häschen- und Bärengruppe erfolgt in kleiner Altersmischung.
Bienchengruppe Mäuschengruppe
Krippengruppe Krippengruppe
Alter der Kinder: 1 Jahr Alter der Kinder: 2 Jahre
Alter der Kinder: 1 Jahr Alter der Kinder: 2 Jahre
Kinderzahl: 12 Kinderzahl: 12
Erzieherinnen: 3 Erzieherinnen: 3
davon 1 in berufsbegleitender Ausbildung
Häschengruppe Bärengruppe
Kindergartengruppe Kindergartengruppe
Alter der Kinder: 3 - 4 Jahre Alter der Kinder: 4 - 6 Jahre
Kinderzahl: 18 Kinderzahl: 18
Erzieherinnen: 2 Erzieherinnen: 3
davon 1 in berufsbegleitender Ausbildung davon 1 Integrationserzieherin
Die Häschengruppe wird während der Schulzeiten der Mitarbeiterin in berufsbegleitender Ausbildung (Donnerstag und Freitag Nachmittag) durch die Kita-Leitung pädagogisch unterstützt.
1.5 Mitarbeiter-Team
Von Sie zum Du- vom Ich zum Wir. Teamentwicklung heißt für uns gemeinsam wachsen, gemeinsam lernen, sich auf Nähe und Offenheit einlassen, miteinander arbeiten. Die Art und Weise, wie Teammitglieder in Beziehung stehen, beeinflusst die inhaltliche Zusammenarbeit und macht sie in vielen Fällen erst möglich.
Es gilt, eine tragfähige Beziehung zu schaffen, in der ziel- und lösungsorientiert gearbeitet werden kann.
Teamentwicklung versteht sich somit als eine Beziehungsentwicklung, die das Ausschöpfen der Ressourcen innerhalb des Teams erst möglich macht. In einem solchen Team werden Fähigkeiten und Kommunikation von jedem verlangt. Teamarbeit ist kein statischer Zustand oder fertiges Ergebnis, sondern ein Prozess, der immer wieder neu erarbeitet werden will.
Teamarbeit ist etwas Lebendiges.
Alle zwei Wochen findet eine Teamsitzung statt, an der alle Kolleginnen teilnehmen. Bei dieser Teamsitzung kommen wichtige Themen zur Sprache, die von allen mitgetragen werden sollen. Dabei geht es nicht nur um Organisatorisches. Es findet auch ein Erfahrungsaustausch untereinander und kollegiale Beratung in konkreten pädagogischen Fragestellungen statt. Hier holt man sich Rückmeldung zum eigenen Erzieherverhalten und reflektiert die gemeinsame Arbeit. Die Elternmitarbeit wird organisiert (z.B. Laubsammelaktion im Herbst, Buffet Sommerfest). Die Planung und Durchführung von gruppenübergreifenden Projekten wird besprochen (z.B. Aufführung eines Theaterstücks unter Beteiligung aller Erzieherinnen, Planung der Feste und Feiern, jährliche Überarbeitung der Konzeptionen).
Das Team der Kindertagesstätte besteht aus der Kita-Leitung, 11 Erzieher/innen, einer Hauswirtschaftskraft, zwei Reinigungskräften und einem Hausmeister.
Die Möglichkeit für die Einbeziehung einer pädagogischen Fachberatung ist vorgesehen. Intensiv findet dieser Austausch mit dem Sozialpädiatrischen Zentrum bezüglich der integrativen Arbeit statt.
Die Planung und Gestaltung der pädagogischen Arbeit orientiert sich an den verschiedenen Erlebnissen und Tätigkeiten der Kinder im Tagesablauf. Einerseits werden Wochenpläne für die gezielte Kompetenzerweiterung der Kinder in allen Bildungsbereichen aufgestellt. Diese sind andererseits auch offen und flexibel für die Wünsche, Bedürfnisse und Ideen der Kinder. Erzieherinnen erfassen durch systematische und zielgerichtete Beobachtungen, welche Interessen und Bedürfnisse, welche Fragen und Probleme die Kinder haben, welches Thema sie beschäftigt und entscheiden darüber, welches Thema im Rahmen eines Projektes bearbeitet werden soll. Auf diese Art und Weise erfolgt die Planung auch gemeinsam mit den Kindern. Projekte werden gemeinsam mit den Kindern mit Hilfe von Fotos und Erläuterungen zu den Fotos oder durch die Werke der Kinder dokumentiert und in den Fluren ausgestellt.
Im Rahmen des Freispiels können Kinder entsprechend ihrer Entwicklung ihr Leben in der Kita gestalten. Die Ausstattung der Räume und des Außengeländes wird fortlaufend so gestaltet, dass sie unterschiedliche Erfahrungen und Lernmöglichkeiten bieten und vielfältige und anregende Spiele möglich sind. Mit den über 3-jährigen Kindern werden regelmäßig Ausflüge geplant und durchgeführt, so dass auch Lernmöglichkeiten im Umfeld (Wald, Park, andere Spielplätze, Zoo, Museum, Theater, etc.) erschlossen werden.
Das Spiel ist die Möglichkeit für Kinder, sich mit anderen Personen und ggf. auch mit Kindern verschiedener kultureller Herkunft auseinander zu setzen. Erzieherinnen unterstützen die Kinder, eigene Spielideen zu entwickeln, geben Impulse, um Spiele variantenreicher und interessanter zu gestalten und stehen als Ansprechpartnerin zur Verfügung. Falls erforderlich unterstützen sie Kinder beim Aushandeln und Vereinbaren von Regeln und helfen, sich bei Konflikten und Streitigkeiten darauf zu stützen.
Im Spiel handeln und verhalten sich Kinder, als ob das Spiel die Wirklichkeit sei. Sie verbinden immer einen Sinn mit dem Spiel und seinen Inhalten. Für die Spielenden ist die Handlung wesentlich, nicht das Ergebnis. Projekte werden ebenso ergebnisoffen und teilweise auch gruppenübergreifend durchgeführt. Verschiedene technische Medien, Naturmaterialien, vielseitig verwendbares Spielzeug, Bücher, Musikinstrumente, vielfältige Materialien und Werkzeuge werden für die Projektarbeiten einbezogen.
1.5.1 Kita-LeitungKita-Leiterin: Annemarie Bärfelde
Sprechzeiten: Mi 9:00 – 14:00
oder nach Vereinbarung
Um telefonische / persönliche Vereinbarung von Besichtigungsterminen des Kindergartens wird gebeten. Sollten wir telefonisch nicht erreichbar sein, können Sie gerne auf dem Anrufbeantworter eine Nachricht hinterlassen. Wir melden uns in jedem Fall bei Ihnen.
Tel.: 24 53 95 - 41, Fax: 24 53 95 - 42,
email: Sternschnuppe @lernorte.net,
Internet: www.lernorte.net
1.5.2 Praktikanten / Mitarbeiterinnen in berufsbegleitender Ausbildung
Internet: www.lernorte.net
1.5.2 Praktikanten / Mitarbeiterinnen in berufsbegleitender Ausbildung
Die berufsbegleitende Ausbildung von muttersprachlich russischsprachigen Erzieherinnen ist bereits seit vielen Jahren in unseren Kindergärten fester Bestandteil der Konzeption. Voraussetzung für die berufsbegleitenden Ausbildung sind sehr gute Deutschkenntnisse.
Die Ausbildung von Praktikanten und Erzieherinnen in berufsbegleitender Ausbildung gehört zu den Aufgaben von Tageseinrichtungen. Die Anleitung übernimmt in der Regel die jeweilige staatlich anerkannte berufserfahrene Gruppenleiterin.
Eine ständige Reflexion mit der betreuenden Gruppenleiterin ist Voraussetzung für einen erfolgreichen Abschluss des Praktikums bzw. der berufsbegleitenden Ausbildung. Auf eine enge Zusammenarbeit mit den Fachschulen für Sozialpädagogik legen wir großen Wert. Ziel der Anleitung ist die Hinführung der Praktikantin / Mitarbeiterin in berufsbegleitender Ausbildung zu einem selbständigen, reflektierten Arbeiten und die adäquate Vorbereitung auf das zukünftige Berufsleben.
1.5.3 Prinzipien für die Qualitätsentwicklung und –sicherung in der EinrichtungWir fordern von unseren Mitarbeiterinnen sich selbst als Lernende zu begreifen und sich kontinuierlich weiterzubilden. Dazu wird von der Kita-Leiterin für alle Mitarbeiterinnen ein Fortbildungsplan erstellt. Da wir sehr viele Integrationskinder betreuen, wird jährlich eine Mitarbeiterin als Facherzieherin für Integration ausgebildet. Die Kita-Leitung achtet darauf, dass alle Mitarbeiter/innen Fortbildungsveranstaltungen besuchen können, so dass die Erkenntnisse der Frühpädagogik in die tägliche Arbeit einfließen können. Der Träger unterstützt diesen Wunsch der Mitarbeiterinnen nach Qualifizierung auch durch entsprechende finanzielle Mittel.
Jede Kita in Berlin muss in einem Rhythmus von fünf Jahren durch einen anerkannten Anbieter externer Evaluation evaluiert werden. Der Kindergarten Am Haselbusch wurde im Jahr 2012 von Quecc GbR - Quality for Education and Child Care extern evaluiert und hat 4 von 5 Sternen erreicht (gute bis sehr gute pädagogische Qualität).
Intern nutzen wir ein selbst entwickeltes Evaluationsinstrument, um die Fach-, Personal-, Methoden- und Sozialkompetenz jedes einzelnen Mitarbeiters im Rahmen des Jahresmitarbeitergesprächs mit der Kita-Leitung und ggf. auch dem Träger zu überprüfen und Zielvereinbarungen zu treffen.
Die gemeinnützige Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ unterstützt unsere pädagogischen Fachkräfte dabei, den Forschergeist von Mädchen und Jungen qualifiziert zu begleiten.
1.6 Öffnungs- und Schließzeiten
Der Kindergarten ist Montag bis Freitag von 07:00 bis 17:00 Uhr geöffnet.
Sie finden eine jeweils aktuelle Übersicht auf an der Eltern-Info-Wand in der Garderobe. Alle Schließzeiten werden in Absprache mit dem Kita-Ausschuss festgelegt.
1.7 Ernährung In den letzen drei Wochen der Sommerferien im Land Berlin wird der Kindergarten geschlossen. In dieser Zeit bieten wir eine Notbetreuung (entweder im Kindergarten Sternschnuppe oder im Kindergarten Am Haselbusch für die Kinder beider Kindergärten) an.
Zwischen Weihnachten und Neujahr bleibt unsere Einrichtung geschlossen.
Zusätzlich schließt die Kindertagesstätte an zwei „Brückentagen“ im Jahr, die sich an den beweglichen Feiertagen des Landes Berlin orientieren. Darüber hinaus schließt die Kindertagesstätte einen Tag zu Fortbildungszwecken und einen Tag für den Betriebsausflug.
Die tägliche Essenzubereitung findet im Kindergarten Am Haselbusch statt. Das Frühstück wird von den Mitarbeiterinnen vorbereitet. Eine Hauswirtschaftskraft holt mit dem Auto das Essen aus der fußläufig entfernten Kita Am Haselbusch ab. Sie verteilt das Essen, erledigt den Abwasch und bereitet den Nachmittagssnack vor.
Wir schaffen den Rahmen, damit die Kinder die Möglichkeit haben, in Ruhe, mit Muße und möglichst ohne Ablenkung, genussvoll essen zu können. Die Kinder sitzen zu den Mahlzeiten am Tisch und werden nicht gezwungen etwas zu essen.
Bei der Erstellung unseres Speiseplans achten wir auf:
Bei der Erstellung unseres Speiseplans achten wir auf:
- schmackhaftes und abwechslungsreiches Essen
- tägliches Angebot von frischem Obst und Gemüse
- 2 x wöchentlich fleischlose Tage
- 1× wöchentlich Fisch
- Die Verarbeitung von Milch auch in Speisen, um die nötige Menge den Kindern zuzuführen
- Einbeziehung von Vollwertkost
- teilweise spezifisch russische Gerichte
- Reduzierung von Zucker auf ein Mindestmaß
- Tee ohne Zucker und Wasser während des gesamten Tagesablaufs
- Angebot von Süßigkeiten nur zu großen Festen
- Heranführen der Kinder an unbekannte fremdländische Gerichte
- Der wöchentliche Speiseplan hängt aus
- Religiös begründete Essenvorschriften werden respektiert und thematisiert
- Der Umgang mit Lebensmittelallergien und Unverträglichkeiten ist geregelt
1.8 Tagesablauf
07.00 - 08.30 Uhr Öffnen des Kindergartens, gruppenübergreifende Betreuung
08.30 - 09.00 Uhr Frühstück in den jeweiligen Gruppenräumen
09.00 - 12.00 Uhr Offenes Spiel, verschiedene gezielt geplante Aktivitäten für die
Kinder entsprechend den Bildungsbereichen des Berliner Bildungs-
Kinder entsprechend den Bildungsbereichen des Berliner Bildungs-
programms, Aufenthalt und Spiel im Freien
12.00 - 12.30 Uhr Körperpflege, gemeinsames Mittagessen, Zähneputzen,
Beginn der Schlaf- und Ruhezeit für die Krippenkinder
12.30 - 14.00 Uhr Schlaf- und Ruhezeit
14.30 - 15.00 Uhr Wecken der schlafenden Kinder, Nachmittagssnack
15.30 - 17.00 Uhr Offenes Spiel, individuelle Beschäftigung mit den Kindern,
Abholen der Kinder
Abholen der Kinder
1.9 Beiträge
Die gesetzlichen Kita-Beiträge richten sich nach dem Tagesbetreuungs- und Kosten-beteiligungsgesetz (TKBG). Sie werden von dem zuständigen Wohnort-Bezirksamt festgesetzt.
Die gesetzlichen Kita-Beiträge richten sich nach dem Tagesbetreuungs- und Kosten-beteiligungsgesetz (TKBG). Sie werden von dem zuständigen Wohnort-Bezirksamt festgesetzt.
Darüber hinaus wird für die musikalische Früherziehung, das Frühstück, den Nachmittagssnack, Ausflüge und Spiel- und Lernmaterial ein zusätzlicher Beitrag von 35,- € monatlich erhoben. Eltern, die für ihre Kinder einen Berlin-Pass vorlegen, zahlen seit dem 01.08.2012 einen zusätzlichen Beitrag in Höhe von 15,- €.
2. Träger der Einrichtung
Lernorte- Wissen und Bildung für Kinder GmbH
Berlepschstr. 1
14165 Berlin
Tel.: 030 / 62 20 90 -30, Fax: 030 / 62 20 90 31
Geschäftsführende Gesellschafter: Petra und Stephan Blömer
3.1 Unser Bild vom Kind
- Das Kind wird von uns als unverwechselbare Persönlichkeit betrachtet. Mit seinen Fähigkeiten und Bedürfnissen steht es im Mittelpunkt unserer Arbeit. Unsere Aufgabe ist, jedes Kind zielgerichtet zu fördern und zu unterstützen.
- Die Erzieherinnen stehen nicht über dem Kind, sondern hinter ihm, beobachten, beraten, begleiten es und lassen Fehler zu. Wir bewahren dem Kind die Freude am Spiel, am Tun, Erzählen, Lernen, Denken, Verstehen und seiner Kreativität.
- Ihrem Alter und dem Entwicklungsstand gemäß brauchen die Kinder Freiräume, aber auch verlässliche Grenzen und verständliche Regeln, damit sie sich zu einer eigenständigen Persönlichkeit entwickeln können.
- Durch immer wiederkehrende Rituale im Tagesablauf unserer Einrichtung bekommen die Kinder Orientierung und die Sicherheit, die sie benötigen.
- Jedes Kind hat einen Forscherdrang, dieser ist der Motor kindlicher Lernprozesse. Wir unterstützen Kinder durch eigene Untersuchungen nach Antworten zu suchen und Fragen zu stellen. Für uns bedeutet dies:
- Erfahrungen nicht vorwegnehmen, sondern selber machen lassen,
- Lebensnahes Lernen, d.h. Fragen aufgreifen, die die Kinder beschäftigen,
- Kinder Dinge auf ihre eigene Art tun lassen und Erfahrungen für kooperatives Lernen schaffen
- Gleichberechtigung von Jungen und Mädchen ist unser oberstes Ziel
- hineinwachsen in die eigene Geschlechterrolle ("Ich bin ein Mädchen/Junge!“)
- Materialien sind für alle Kinder zugänglich
- Materialien anbieten, die besonders gerne auch Jungen oder Mädchen interessieren (z.B. Hammer und Nägel, Puppen)
In unserem Kindergarten wollen wir den Kindern Vorbild sein für folgende Rechte:
- Das Recht der Gleichheit.
- Das Recht auf Gesundheit.
- Das Recht auf Bildung.
- Das Recht auf Fürsorge.
- Das Recht auf Privatsphäre und persönliche Ehre.
- Das Recht auf Meinungsäußerung, Information und Gehör.
- Das Recht auf Schutz vor Gewalt.
- Das Recht auf Spiel, Freizeit und Ruhe.
3.2 Die Rolle der Erzieherin in der pädagogischen Arbeit
In unserer Tagesstätte arbeiten russisch- und deutschsprachige Erzieherinnen in allen Gruppen, damit die Kinder vom ersten Tag an die Möglichkeit haben in beiden Sprachen zu kommunizieren. Die Erzieherinnen sind Vorbilder für die Kinder. Wie die einzelne Erzieherin ihre Aufgaben meistert, wie sie mit den Kindern und allen anderen Menschen umgeht und die Beziehung zu diesen gestaltet, entscheidet letztlich darüber, ob Qualität im Alltag der Einrichtung tatsächlich umgesetzt und gesichert werden kann.
Die Erzieherinnen tragen die Verantwortung, die Kinder in ihrem individuellen Entwicklungsprozess zu unterstützen und liebevoll zu begleiten. Begleiterin sein bedeutet für uns:
- Kindern einen Rahmen bieten, der Sicherheit und Orientierung vermittelt,
- Ihnen Raum für eigene Erfahrungen und Entdeckungen zur Verfügung zu stellen,
- Kinder ernst nehmen und sie in ihrer Persönlichkeit annehmen,
- Sie zu Eigentätigkeit anregen und gemeinsam mit ihnen nach Lösungen suchen,
- Interessiert sein an neuen Erkenntnissen und die eigene Fachkompetenz durch Literatur, Erfahrungsaustausch und Fortbildung zu erweitern,
- Offen sein für die kontinuierliche Reflexion der pädagogischen Arbeit,
- Glaubwürdig sein, d.h. Übereinstimmung zwischen Reden, Tun, Praktizieren, Gefühle zeigen, Meinungen äußern, Nein sagen können.
3.3 Bilinguale Erziehung Die Kinder werden in 4 Gruppen betreut: Zwei Krippengruppen (jeweils 12 Kinder) und zwei Gruppen mit kleiner Altersmischung (jeweils 18 Kinder). Pro Gruppe werden die Kinder von jeweils mindestens einer deutsch und einer russisch sprechenden Erzieherin betreut, die jeweils nur in ihrer Sprache mit den Kindern spricht (Immersionsprinzip). In allen Gruppen mit kleiner Altersmischung haben die Kinder verschiedene Interessen, Wünsche und Bedürfnisse. Sie spielen und lernen zusammen. Die Jüngeren eifern den Älteren nach und werden schneller selbstständig. Ältere erleben wiederum die Hilfsbedürftigkeit der Jüngeren, übernehmen eher Verantwortung und üben Toleranz und Rücksichtnahme. Sie festigen ihre sprachlichen Fähigkeiten, indem sie erklären, zeigen und bereits erworbene Kenntnisse und Fähigkeiten anwenden.
„Jede bewusste Anregung braucht Ziele. Sie bezeichnen die Richtung, in der ein Kind bei der Ausschöpfung seiner individuellen Möglichkeiten unterstützt werden soll.“(Berliner Bildungsprogramm S.11).
Um die oben genannten Ziele zu erreichen, werden täglich 2 Beschäftigungen für eine ganze Woche geplant und durchgeführt, die alle Bildungsbereiche des Berliner Bildungsprogramms abdecken.
Um die oben genannten Ziele zu erreichen, werden täglich 2 Beschäftigungen für eine ganze Woche geplant und durchgeführt, die alle Bildungsbereiche des Berliner Bildungsprogramms abdecken.
Der Kindergartenalltag wird bei uns so organisiert, dass die Kinder in vielfältigen Tätigkeiten ihre Initiative, ihre Beweglichkeit, ihre geistige Phantasie zum Ausdruck bringen und entwickeln können.
Spiel ist die Haupttätigkeit des Kindes. Wie ein roter Faden zieht sich das Spiel der Kinder durch den gesamten Tag. Im Spiel lernt das Kind alles, was es für seine intellektuelle, soziale und persönliche Entwicklung braucht. „Ein Kind lernt immer, egal, was es gerade tut.“ (Martin R. Textor)
Die Förderung von Basiskompetenzen als Vorbedingungen für Erfolg und Zufriedenheit in Schule, Beruf, Familie und Gesellschaft ist unser pädagogisches Ziel.
3.3.1 Die Immersions-Methode
Eine Sprache wird nicht über Nacht gelernt. Erfolg und Misserfolg sind von einer Reihe von Faktoren abhängig. Entscheidend sind einerseits die sprachlernpsychologischen Fähigkeiten der Kinder, andererseits externe Faktoren. Von letzteren sind 3 besonders wichtig, da kleine Kinder besonders erfolgreich Sprachen lernen, wenn diese Bedingungen erfüllt sind:
Der Kontakt zur neuen Sprache muss (in Kita und Schule)
- kontinuierlich über einen längeren Zeitraum (6 – 7 Jahre) gegeben sein,
- hinreichend intensiv sein (in der Kita den ganzen Tag, in der Schule 60 – 70 %)
- strukturell möglichst vielfältig, also nicht auf einzelne Sachbereiche beschränkt sein, sondern möglichst die ganze Sprache umfassen.
Diese sogenannte Immersionsmethode gilt als erfolgreichstes Verfahren für den Erwerb einer zweiten Sprache. Immersion bedeutet „eintauchen“ und wird im Deutschen auch als „Sprachbad“ bezeichnet. Die zu lernende Sprache wird konsequent neben der Erstsprache als Alltagssprache in der Kindertagesstätte verwendet.
In diesem Zusammenhang ist es ganz wichtig, dass man sich klar macht, dass kein Kind überfordert wird, wenn es eine Sprache immersiv lernt. Im Gegenteil, die menschliche Sprach(lern)fähigkeit hat sich im Laufe der Evolution so entwickelt, dass sie nicht auf Erklären, Korrigieren oder schulisches Üben angewiesen ist. Für den Erwerb der Muttersprache wird jeder dies mühelos nachvollziehen können, weil wir es alle als Kinder selbst so gemacht haben. Man muss sich vergegenwärtigen, dass diese Fähigkeit nicht auf die Muttersprache beschränkt ist, sondern dass sie auch für den Erwerb weiterer Sprachen aktiviert wird.
Da bei der Immersion jegliches Erklären, Korrigieren oder Üben unterbleiben kann, ist das Lernen ganz den Kindern überlassen. Sie allein bestimmen die Modalitäten. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Kinder nicht überfordert werden, da sie das Lerntempo und die Lerninhalte selbst bestimmen und das Lernen kind- und altersgemäß ist.
Allerdings gehört dazu auch, dass die Kinder Fehler machen und machen dürfen. Sie sind entwicklungsbedingt unvermeidlich und ein integrativer Bestandteil der Art, wie das menschliche Gedächtnis sprachliche Information für Zwecke des Lernens verarbeitet. Für den Erwerb der Muttersprache ist leicht nachzuvollziehen, dass diese Fehler im Laufe der Entwicklung der Kinder von selbst verschwinden. Dies gilt auch für den Erwerb der zweiten Sprache. Über die erforderlichen Lernfähigkeiten verfügen genetisch alle Kinder. Dazu gehört auch, dass wir mehrere Sprachen lernen können und dass wir uns die Struktur von Sprachen eigenständig, d.h. ohne auf schulische Lehrverfahren angewiesen zu sein, aneignen können, so wie es alle Kinder erfolgreich mit der Muttersprache gemacht haben.
Beispiele für entwicklungsspezifische Fehler aus dem Erwerb der deutschen Sprache:
Fehler statt
Er gebt gibt
Er rufte rief
Wir schläfen schlafen
Geschwimmt geschwommen
Er kommte kam
Das Aufschlussreiche an den oben gezeigten Fehlern ist, dass Kinder solche Formen bilden, obwohl sie sie in dieser Form weder hören, weil niemand mit Ihnen so spricht, noch sie erklärt bekommen, weil niemand sie ermuntert, solche Fehler zu produzieren. Diese Regeln haben sich die Kinder eigenständig angeeignet. Was ihnen noch fehlt ist das Wissen um die Ausnahmen.
Mehr noch als in einer muttersprachlich geführten Gruppe kommt es in einer immersiv in der neuen Sprache geführten darauf an, dass die sprachlichen Handlungen auch auf nichtsprachliche Art unterstützt werden (Kontextualisierung). Man begleitet z.B. das Gesagte durch Gesten; man zeigt auf das Benannte oder auf Bilder davon; man hantiert mit dem Bezeichneten oder man spielt mit den Kindern ihnen vertraute Spiele in der neuen Sprache. Dabei ist es durchaus förderlich, wenn die diversen, sich täglich wiederholenden Aktivitäten mit den entsprechenden sprachlichen Wendungen begleitet werden. Solche Situationen und Aktivitäten liefern den Kindern das, was sie zur Entschlüsselung der neuen Sprache brauchen. Die Erschließung der Bedeutung von noch unbekannten sprachlichen Ausdrucksmitteln, seien es Wörter oder noch nie gehörte Wendungen, müssen die Kinder tagtäglich auch für ihre Muttersprache bewältigen. Darin sind sie wahre Meister. Der Erwerb der Muttersprache ist bei 10-jährigen, geschweige denn bei Vorschülern alles andere als abgeschlossen.
Das Ziel einer immersiven Kita ist, dass die Kinder entdecken, dass man sich die Welt in mehreren Sprachen erobern kann. Das gelingt um so erfolgreicher, desto authentischer die neue Sprache bei allen Anlässen in der Kita verwendet wird. Aus diesem Grund werden in unserer Kita konsequent russischsprachige Muttersprachler eingesetzt.
3.3.2 Das bilinguale Konzept
3.3.2 Das bilinguale Konzept
- Eine Person eine Sprache.
- Den Kindern werden keine Fähigkeiten abverlangt, über die sie nicht sowieso verfügen. Sie verstehen die Situation durch die Aktivität. Die Erklärungen in der zweiten Sprache kommen nur dazu.
- Eltern und Erziehungskräfte dürfen den Kindern keine zusätzlichen Leistungen abverlangen, also keine Arbeitspläne oder Zielvorgaben. Kinder können jede Sprache lernen, die erste genauso gut wie die zweite oder dritte. Im Kindergarten handelt es sich um den natürlichen Zweitspracherwerb. Er ist an den gleichen Prinzipien orientiert wie der Erwerb der Muttersprache. Verschiedene Intelligenzgrade, verschiedene Lebensbedingungen berühren hier den Weg des Erwerbs einer zweiten Sprache nicht. Die Kinder nutzen unbewusst ihre vorhandenen Erfahrungen aus dem Erwerb der Muttersprache. Je länger, je intensiver und je vielfältiger die Immersions-situationen sind, desto besser die Kompetenzen. Je länger ein Kind in der Einrichtung ist, desto besser ist die zweite Sprache ausgebildet. Untereinander sprechen die Kinder eher Deutsch, weil Sprache für sie ein Mittel der Verständigung ist und sie wissen, dass die anderen Kinder deutsch sprechen. Jedes Kind verfügt in hinreichendem Maß über die erforderlichen Lernfähigkeiten. Durch das Erlernen von weiteren Sprachen vor Grundschuleintritt entstehen keine Defizite in anderen Bereichen. Die Immersion eignet sich für alle Kinder, ob lernschwach oder lernstark.
3.4 Basiskompetenzen fördern
Die Basiskompetenzen umfassen kognitive, physische, motivationale, soziale und lernmethodische Kompetenzen.
3.4.1 Kognitive Kompetenzen
- Gedächtnis: Kinder trainieren ihr Gedächtnis, indem sie z.B. Geschichten nacherzählen, über den Tagesablauf berichten, kleine Gedichte lernen oder die Inhalte des Gelernten wiederholen.
- Denkfähigkeit: In der frühen Kindheit erfolgen im Gehirn kognitive Verknüpfungen. Dazu soll z.B. die Begriffsbindung und logisches Denken gefördert werden.
- Differenzierte Wahrnehmung: Kinder sollen lernen alle Sinne zu nutzen. Sie sollen Gegenstände z.B. anhand der Größe, des Gewichts, der Temperatur, der Farbe und der Helligkeit unterscheiden und danach ordnen können.
- Wissensaneignung: Kinder sollen altersgemäße Kenntnisse erlernen, z.B. Farben benennen, Zahlen lernen, wichtige Begriffe kennen.
- Problemlösefähigkeit: Kinder sollen lernen Probleme unterschiedlicher Art (z.B. soziale Konflikte, Denkaufgaben, Fragestellungen im Rahmen von Experimenten) zu analysieren, Problemlösungsalternativen zu entwickeln, diese abzuwägen, sich für eine von Ihnen zu entscheiden, diese angemessen umzusetzen und den Erfolg zu prüfen.
- Kreativität: Kreativität soll im sprachlichen, musikalischen und künstlerischem Bereich gefördert werden, z.B. durch Erfinden von Reimen, fantasievolle Geschichten, nach eigenen Vorstellungen malen, sich rhythmisch zur Musik bewegen, im kognitiven Bereich bei der Hypothesenbildung.
3.4.2 Physische Kompetenzen
3.5 Förderschwerpunkte / Bildungsbereiche nach dem Berliner Bildungsprogramm
„Jedes Kind hat ein Recht darauf, sich mit Inhalten aus allen Bildungsbereichen bekannt zu machen.“ (BBP, S. 42). Unsere Erzieherinnen übernehmen die Verantwortung, den Kindern die entsprechenden Bildungsgelegenheiten zu eröffnen.
Während der Eingewöhnung ist es uns wichtig, dass sich das Kind:
Die Aufgaben des pädagogischen Betreuungspersonals während der Eingewöhnung:
- Grob- und feinmotorische Kompetenzen: Kinder erhalten viele Gelegenheiten zur körperlichen Betätigung. Sie leben dadurch ihren Bewegungsdrang aus, bilden ihre körperliche Fitness aus, lernen den Körper zu beherrschen und üben die feinmotorischen Grundlagen für die in der Schule zu lernende Schreibkompetenz ein.
- Übernahme von grundlegenden Hygienemaßnahmen: Das Kind soll selbständig grundlegende Hygienemaßnahmen ausführen.
- Fähigkeit zur Regulierung von körperlicher Anspannung: Kinder sollen lernen, sich für bestimmte Aufgaben körperlich und geistig anzustrengen und sich danach auch wieder zu entspannen, z.B. durch ruhige Tätigkeiten wie Bilderbücher anschauen oder durch Entspannungstechniken. So lernen Kinder auch Stress zu bewältigen.
3.4.3 Motivationale Kompetenzen
- Neugier und individuelle Interessen: Kinder sollen gegenüber Neuem aufgeschlossen bleiben.
- Selbstwirksamkeit: Kinder sollen lernen, dass sie ihre soziale und dingliche Umwelt beeinflussen können und von anderen beeinflusst werden.
- Selbstregulation: Kinder sollen lernen ihre Emotionen (insbesondere die negativen wie Wut, Angst, Ärger) zu kontrollieren.
3.4.4 Soziale Kompetenzen
- Gute Beziehungen zu Erwachsenen und Kindern aufbauen
- Empathie und Perspektivenübernahme: Die Fähigkeit der Kinder fördern, sich in andere Personen hineinzuversetzen, sich ein Bild von ihren Motiven und Gefühlen zu schaffen, ihr Handeln zu verstehen und verschiedene Rollen einzunehmen.
- Kommunikationsfähigkeit: Kinder sollen lernen, sich angemessen auszudrücken, d.h. die richtigen Begriffe sowie eine angemessene Gestik und Mimik zu verwenden. Sie lernen andere Kinder ausreden zu lassen, ihnen zuzuhören und bei Unklarheiten nachzufragen. Kindern sollen viele Gelegenheiten für Gespräche geboten werden (z.B. Stuhlkreis, Bilderbuchbetrachtung, Besprechen von Experimenten, Kinderkonferenz).
- Kooperationsfähigkeit: Kinder sollen lernen mit anderen Kindern und Erwachsenen bei bestimmten Aktivitäten zusammenzuarbeiten. Sie lernen, sich mit anderen abzustimmen, gemeinsam etwas zu planen, dieses abgestimmt durchzuführen und danach über ihre Erfahrungen zu sprechen.
- Konfliktmanagement: Zwischenmenschliche Konflikte treten im Kleinkindalter gehäuft auf. Deshalb ist dies eine für das Erlernen von Konfliktlösungstechniken besonders gut geeignete Zeit.
3.4.5 Lernmethodische Kompetenz
- Aktuelles Wissen ist nur in einem Prozess des lebenslangen Lernens zu erwerben. Ziel ist es, den Kindern Kompetenzen des Wissenserwerbs zu vermitteln, die sie zum lebenslangen Lernen befähigen.
- Bewusster Wissenserwerb verlangt den Einsatz von Methoden der Selbststeuerung. Das Kind kann dadurch gezielt neue Informationen beschaffen, verarbeiten und für eine Problemlösung angemessen und verantwortlich einsetzen. Gelernt wird der kompetente und kritische Umgang mit Medien.
- Neben dem Erwerb von Vorwissen und Allgemeinbildung ist die Fähigkeit zu lernen, wie man lernt, gezielt zu fördern. Es erfordert ein Nachdenken über das eigene Denken.
„Jedes Kind hat ein Recht darauf, sich mit Inhalten aus allen Bildungsbereichen bekannt zu machen.“ (BBP, S. 42). Unsere Erzieherinnen übernehmen die Verantwortung, den Kindern die entsprechenden Bildungsgelegenheiten zu eröffnen.
Die Bildungsbereiche durchdringen sich wechselseitig und können nicht getrennt voneinander betrachtet werden. Im Folgenden beschreiben wir die Bildungsziele bzw. Kompetenzen, die wir in den Bildungsbereichen erreichen wollen.
3.5.1 Sprachliche Bildung und Förderung, bilinguale / interkulturelle Erziehung, Sprachstandserhebung
Unmittelbar nach der Geburt beginnt die Sprachentwicklung bei den Kindern und ist ein langfristiger Entwicklungsprozess, da sich die Kinder erst mit der Sprache aktiv auseinander setzen müssen und verstehen lernen. Am besten lernen die Kinder die Sprache im persönlichen Kontakt mit der Bezugsperson, indem das Kind aktiv ist, weil das Gehirn über die Sinnesorgane aufgenommene Informationen verarbeitet, speichert und Informationen in Handlungen umgesetzt werden müssen. Das Gespräch gehört zu den wichtigsten Formen der Sprachförderung. Beim Spracherwerb ist das Kind selbst aktiv, es bildet aus der Fülle der Eindrücke langsam ein System von Regeln, ein Wissen wie Sprache aufgebaut ist. Für die Sprachförderung bedeutet dies: Ein Kind braucht vielfältige sprachliche Anregungen im Dialog, in Situationen, die sein Interesse wecken.
Die Begriffsbildung steht im engen Zusammenhang mit Erfahrungen die ein Kind macht, denn nur so kann das Kind verstehen, was ein Wort bedeutet.
Ein zentraler Bestandteil von sprachlicher Bildung ist Literacy (= Lesekompetenz/ Literalität) welches kindliche Erfahrungen rund um Buch-, Erzähl- und Schriftkultur sind. Literacy beginnt in den ersten drei Lebensjahren z.B. durch Bilderbuchbetrachtung. Hierbei lernen die Kinder die Sprache kennen und außerdem zuhören und sich zu konzentrieren.
Eine erfolgreiche zweisprachige Erziehung macht es erforderlich, dass beide Sprachen mit einer ähnlichen Intensität an das Kind herangetragen werden. Im Kindergarten werden die Kinder pro Gruppe von jeweils einer deutschen und einer russisch sprechenden Erzieherin betreut, die jeweils nur in ihrer Sprache mit den Kindern spricht (Immersion). Aus der Spracherwerbforschung weiß man, dass es Kindern hilft, wenn sie den unterschiedlichen Sprachen jeweils eindeutige Personen zuordnen können. Man geht davon aus, dass sie dadurch die unterschiedlichen Regelsysteme, die den Sprachen zugrunde liegen, besser trennen können. Um die sprachlichen Lernprozesse in Gang zu bringen, bieten wir Kindern lebendige Handlungszusammenhänge zum sprachlichen Austausch.
Kindern wird vermittelt, dass zweisprachiges Aufwachsen etwas ganz Normales ist. Neugier und Offenheit gegenüber fremden Sprachen sind wesentliche Merkmale von interkultureller Kompetenz. Wissenschaftlich ist belegt, dass Kinder, die bilingual aufwachsen weitere Fremdsprachen leichter erlernen.
Kindern mit Migrationshintergrund werden Anerkennung und Bewunderung wegen ihrer Zweisprachigkeit entgegengebracht.
Wir fördern die Sprache:
- Indem wir eine Vorbildfunktion für die Kinder sind und unsere Handlungen sprachlich begleiten. Dadurch nimmt das Kind Handlungen wahr, hört die begleitende sprachliche Äußerung und versteht den Sinn im Zusammenhang mit dem Getanen,
- durch Bilderbuchbetrachtung (Vorlesen und Erzählen),
- durch Gespräche im Alltag und gezielte Gespräche,
- durch Lieder, Fingerspiele, Kreisspiele und Rollenspiele,
- durch Verbale Konfliktlösung,
- Indem wir Interesse an der Sprachfreude bei den Kindern wecken,
- Frühe Begegenungen mit Schriftsprache über Bezeichnung der Bilder der Kinder mit ihren Namen, Namensschilder an Eigentumsfächern, Postfächern der Eltern, Garderobe, Wechselwäschekisten, Kalender, Uhren, Poster
- Mehrsprachigkeit trägt zur sprachlichen Bildung bei; die Kinder lernen schnell umzudenken.
Wir setzen das Sprachlerntagebuch als Instrument zur Beobachtung, Dokumentation und Förderung der Sprachentwicklung jedes Kindes ein. Im Rahmen der Eingewöhnung neuer Kinder, füllen Eltern den ersten Teil: Fragen zum Kennenlernen des Kindes und seiner Familie aus. Das erleichtert die Eingewöhnung und den Übergang in die Kindertagesstätte.
Der zweite Teil umfasst die Bereiche:
- „Das bin ich!“
- Bildungsinterviews (1 und 2) für die jährliche Dokumentation der sprachlichen Entwicklung
- Qualifizierte Statuserhebung Sprachentwicklung vierjähriger Kinder in Kitas und Kindertagespflege
- Lerndokumentation – Beobachtungen der Sprachentwicklung bis zum Schuleintritt
Das Bildungsinterview wird einmal jährlich mit jedem Kind ab ca. 3 Jahren durchgeführt. Nach dem Gespräch und der Dokumentation folgt die Analyse der Sprach- und Kommunikationsfähigkeit des Kindes. Der Analyse folgt eine Förderplanung, die beschreibt, wie und wodurch Kinder in der nächsten Zeit besonders angeregt und gefördert werden sollen.
Die Qualifizierte Statuserhebung Sprachentwicklung vierjähriger Kinder in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege ist ein anerkanntes standardisiertes Sprachfeststellungsverfahren für alle Kinder, die eine Kindertageseinrichtung in Berlin besuchen. Wird für Kinder im Ergebnis Sprachförderbedarf festgestellt, findet die anschließende intensive einjährige Sprachförderung im Rahmen der regulären Förderung in der Kindertagesstätte statt. Mit den Eltern werden die Ergebnisse und bei Bedarf erforderlichen Förderungsmöglichkeiten und –maßnahmen besprochen. Zielsetzung ist, bessere Ausgangsbedingungen beim Übergang in die Schule zu schaffen.
Die Lerndokumentation soll die Aufmerksamkeit für die Lernentwicklung des einzelnen Kindes im Jahr vor dem Schuleintritt schärfen.
Die persönlichen und zum Teil vertraulichen Informationen des ersten Teils des Sprachlerntagebuchs und die Statuserhebung Sprachentwicklung werden in einem abgeschlossenen Schrank in einem nicht frei zugänglichen Raum aufbewahrt. Erst zur Übergabe an die Eltern beim Wechsel in eine andere Tageseinrichtung oder in die Grundschule wird der erste Teil wieder in das Sprachlerntagebuch eingefügt.
3.5.2 Mathematische Grunderfahrungen
Voraussetzung für ein mathematisches Verständnis ist der spielerische Umgang mit Zahlen, Mengen, Formen, Farben und Raumvorstellungen.
Da die Kinder von sich aus einen Neugier-, Bewegungs- und Entdeckungsdrang haben, erleben sie aktiv die Vorkenntnisse für mathematische Bildung. Unsere Aufgabe ist, dies bei den Kindern zu beobachten und in unsere pädagogische Arbeit mit einzubeziehen.
Wir fördern mathematische Bildung durch:
- den Umgang mit geometrischen Figuren und Konstruktionsmaterialien. Dadurch erfährt das Kind die mathematische Bildung auf sinnliche Weise (Berührung und Benennung).
- Sinnliches Erfahren von Zahlen durch Spiele (Abzählreime, Fingerspiele),
- Entwicklung der Fähigkeit, Sachverhalte, Zusammenhänge, Gemeinsamkeiten und Unterschiede verbal zu beschreiben,
- Vergleichen, Klassifizieren und Ordnen von Objekten bzw. Materialien (Formenpuzzle und Formenbox),
- Zuordnen von Zahlen zum alltäglichen Erleben,
- Umgang mit Begriffen wie: lang, kurz, gerade, schräg, schief, oben, unten, vorn, hinten, dazwischen, daneben, innen, außen, rechts, links,
- Zeit erfahren und wahrnehmen, Gewichte wiegen, Längen messen, etc.
- Die Erkundung des eigenen Körpers z.B. Ball hochwerfen.
- Vorwärts- und Rückwärts gehen und Klettern ist die Grundlage für Addition und Subtraktion.
Über mathematische Inhalte und Gesetzmäßigkeiten können Kinder die Erfahrung von Beständigkeit, Verlässlichkeit und Wiederholbarkeit machen..
3.5.3 Körper, Gesundheit und Pflege
Wir begleiten die Kinder auf ihrem Weg hin zur Selbständigkeit und fördern die Selbstwahrnehmung. Natürlich bezieht sich unsere Unterstützung und Motivation zur Eigenständigkeit und Sauberkeitserziehung am Alter des betreffenden Kindes und in der Hinführung zur Eigenkompetenz und Schulfähigkeit. Ein Schulkind sollte seine körperlichen Bedürfnisse sehr wohl wahrnehmen und die entsprechenden Maßnahmen ergreifen, während ein jüngeres Kind unserer Unterstützung bedarf. So ergeben sich im Umgang mit der eigenen Hygiene einige Beispiele:
Nase putzen, wenn sie läuft! Die eigene Körperwahrnehmung sensibilisieren um selbst zu erspüren, jetzt ist es nötig. Dasselbe gilt für den eigenverantwortlichen Toilettengang, mit der anschließenden hygienischen Pflege und dem nötigen Händewaschen! nicht vergessen. Auch vor dem Essen ist Händewaschen nötig und nach dem Essen die Reinigung des Mundes. Kindern wird die Eigenwahrnehmung verdeutlicht, Kontrolle im Spiegel, nachfühlen ob der Mund klebt usw. unterstützen dieses.
Kinder vergessen sehr häufig im Spiel ihre eigenen Körperbedürfnisse und Empfindungen wahr zu nehmen. Wir sensibilisieren die Kinder durch nachfragen, „die Sonne scheint, ist es dir nicht zu warm?“ den eigenen Körperempfindungen nachzuspüren und die richtige Konsequenz zu finden.
Wir respektieren den Wunsch der Kinder nach Diskretion in der Toilettensituation.
Die Sexualität der Kinder wird nicht tabuisiert, sondern es wird ein unbefangener Umgang mit dem eigenen und dem anderen Geschlecht gefördert. Welches Selbstbild Mädchen und Jungen entwickeln wird durch Vorbilder der Familie, der Nachbarschaft, der Medien und der Kindertagesstätte beeinflusst. Erzieherinnen beobachten und dokumentieren die individuelle geschlechtsspezifische Entwicklung der Kinder und beziehen diese in die Planung und Gestaltung des Alltags mit ein. Alle geplanten Aktivitäten richten sich ausdrücklich an Mädchen wie Jungen. Ein gleichberechtigter Umgang zwischen Mädchen und Jungen wird gefördert.
Kinder, die an einer übertragbaren (ansteckenden) Krankheit im Sinne des Merkblattes nach Nr. 3.6 „Belehrung für Eltern und sonstige Sorgeberechtigte gem. § 34 Abs. 5 Satz 2 Infektionsschutzgesetz (IfSG) leiden, dürfen die Tageseinrichtung nicht besuchen. Ausnahmen bedürfen der ausdrücklichen amtsärztlichen Zustimmung. Desgleichen bedarf es einer amtsärztlichen Entscheidung, ob Kinder, die krankheits- oder ansteckungsverdächtig sind oder die Krankheitserreger ausscheiden, ohne selbst erkrankt zu sein, die Tageseinrichtung besuchen dürfen. Ferner bedarf es einer amtsärztlichen Entscheidung, ob die Geschwister der in Satz 1 und in Satz 3 genannten Kinder die Tageseinrichtung besuchen dürfen.
Die Erziehungsberechtigten werden sofort informiert, wenn ihr Kind akut im Kindergarten erkrankt. Aufgrund der Infektionsgefährdung anderer Kinder, sind erkrankte Kinder von den Eltern abzuholen. Ausführliche Informationen zu Erkrankungen und Gesundschreibungen haben wir in einem Merkblatt für Eltern zusammengefasst.
3.5.4 Naturwissenschaftliche und technische Grunderfahrungen
Viele Kinder wachsen in der Stadt auf und entdecken / erleben sehr selten die freie Natur. Da Kinder von sich aus ein großes Interesse an Beobachtungen und Experimentieren haben z.B. Wetterveränderungen beobachten, finden wir es wichtig, dies bei den Kindern aufzugreifen und ihnen durch Erklären das Thema nahe zu bringen.
Indem die Kinder aktiv am Lernprozess beteiligt sind, können sie es verstehen und bekommen mehr Selbstvertrauen zu sich selbst. Durch das Forschen und Experimentieren werden neue Möglichkeiten ausprobiert. Das Kind entwickelt (neue) Ideen, welche es umsetzen möchte. Dadurch wird die Kreativität, Kognition und Phantasie gefördert.
Durch sinnliche Anregungen wie Anfassen, Kneten, Pusten, Riechen, Seifenblasen erzeugen oder Spielen mit Kugelbahnen werden erste Zugänge zu naturwissenschaftlichen und technischen Vorgängen geschaffen.
Kinder haben großes Interesse an Phänomenen der Natur. Ein Indiz dafür sind die vielen Warum-Fragen, mit denen sie häufig Naturphänomene hinterfragen und ihr Interesse am Experimentieren und Beobachten.
Wir fördern Natur- und technische Bildung durch:
- Sinneserfahrungen mit Sand, Erde, Wasser, Luft…
- Kugelbahn
- Baden und Plantschen
- Indem wir Zugänge zur Naturwissenschaft schaffen z.B. Aussähen von Kresse.
- Naturmaterialien sammeln und mit diesen basteln.
- Spaziergänge (mit allen Sinnen Natur erleben).
3.5.5 Ästhetische, bildnerische und kulturelle Bildung
„Ästhetisch“ hat nichts mit Schönheitsfarmen zu tun, sondern mit der Wahrnehmung der Kinder. Damit sind die Sinneserfahrungen wie riechen, schmecken, hören, tasten und sehen gemeint. Sinnliche Erfahrungen werden bei Kindern von Geburt an von ihren Bezugspersonen verstärkt wie z.B. durch Gestik, Mimik und Bewegungen, welche mit der Nahrungsaufnahme und der eigenständigen Handhabung von Gegenständen verbunden sind.
Bildung beginnt in der frühen Kindheit mit der Bildung der Sinne, weil sich die Kinder durch ihre Sinne die Welt aneignen und dadurch Zusammenhänge schaffen und somit ihre Welt begreifen. (Sinneserfahrungen sind für die ästhetische Erziehung grundlegend, weil sich die Kinder durch die verschiedenen Sinne Wissen aneignen).
Fantasie und Kreativität werden durch freies Experimentieren und Malen mit allen Sinnen gefördert, dadurch wird die Kognition angeregt und die Kinder werden in ihrer Gesamtpersönlichkeit gestärkt.
Wir fördern die ästhetische, bildnerische und kulturelle Bildung und Erziehung durch:
- Kinder dürfen mit unterschiedlichen Materialien umgehen und damit experimentieren z.B. Knete, verschiedene Farben (wie Finger- und Wasserfarben), Kleister, Papier, Holz und wertlose Materialien wie Klorollen, Zeitungspapier, Naturmaterialien, um ihre Grob- und Feinmotorik zu schulen.
- Tast- und Fühlstraße
- Indem wir Aktivitäten schaffen, welche alle Sinne der Kinder einbeziehen.
3.5.6 Bewegungserziehung und -förderung / Sport
Die Kinder haben den natürlichen Drang sich zu bewegen, deshalb ist es wichtig, ihnenvielfältige Bewegungserfahrungen zu schaffen.
Denn durch Bewegung lernen die Kinder:
- Gefühle auszudrücken
- Sinneserfahrungen und Wahrnehmungen zu sensibilisieren (z.B. körperliche Beweglichkeit, Bewegungsfertigkeiten, Koordinationsvermögen)
- Ihren eigenen Körper kennen zu lernen und anzunehmen
Die Bewegung fördert die kognitiven und sozialen Kompetenzen, weil die Kinder selbst aktiv sind und eventuell mit anderen Kindern in Kontakt treten. Wenn das Kind sich selbst bewegt, hat es das Gefühl etwas zu „können“ und erkennt / erlebt seine Grenzen, welche das Kind selber brechen kann. Bei den Kindern entwickelt sich ein positives Selbstwertgefühl und die Phantasie wird angeregt (da die Kinder selber aktiv sind).
Wir fördern Bewegungserziehung durch:
- eine vorbereitete räumliche Umgebung, welche die Kinder immer frei nutzen können (Rutsche, Treppen, Autos …)
- Aktivitäten im Sportraum
- den Morgenkreis
- den Besuch öffentlicher Spielplätze, Spaziergänge.
3.5.7 Musikalische Bildung und ErziehungKinder sind von Geburt an musikalisch. Sie reagieren auf akustische Reize und erzeugen solche mit ihrer Stimme. Sie erforschen aktiv die Klangeigenschaften von Materialien und lauschen aufmerksam den Klängen ihrer Umgebung.
Wir fördern den Umgang mit Musik und die gesamte Persönlichkeit des Kindes:
- Musik fördert die soziale Kompetenz. Gemeinsames Singen und Musizieren fördern die Kontakt- und Teamfähigkeit und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.
- Musik stärkt die kulturelle Einbindung. Gerade durch die Musik wird das „Fremde“ begeistert aufgegriffen.
- Musik trainiert aktives Hören. Durch das Hören wird die Umgebung wahrgenommen und die Grundlagen für das Sprechen gefördert.
- Musik sensibilisiert alle Sinne und spricht Emotionen an. Sie fördert die Ausgeglichenheit und emotionale Stärke. Musik entspannt.
- Musik regt Fantasie und Kreativität an. Sie ist ein ideales Medium für Kinder, sich mitzuteilen, Gefühle zu äußern, aber auch emotionale Belastungen abzureagieren. Oft können sich Kinder durch Musik und Bewegung leichter mitteilen als durch Sprache.
- Musik fördert die motorische Entwicklung und das Körperbewusstsein.
- Musik fördert die Sprachentwicklung. Summen, Spielen mit Tönen, sowie gemeinsames Singen regen Kinder an, die Möglichkeit der Stimme zu erproben und mit Bezugspersonen in einen intensiven, lustbetonten Dialog zu treten. Durch spielerisches Nachahmen werden dadurch immer mehr stimmliche und sprachliche Fähigkeiten und Fertigkeiten erworben.
Die musikalische Früherziehung wird 2 x pro Woche von Musikpädagogen (einmal in deutscher Sprache und einmal in russischer Sprache) durchgeführt.
Durch gemeinsames Musizieren wird die soziale Kompetenz gefördert und die Phantasie und Kreativität bei den Kindern angeregt. Gehör, Stimme, Atemorgane und Bewegungsarten werden bei den Kindern durch verschiedene musikalische Tätigkeiten angeregt. Musizieren ist für die Kinder eine Möglichkeit, sich selbst darzustellen und Gefühle, Stimmungen zum Ausdruck zu bringen. Durch z.B. einen Takt klopfen bekommen die Kinder ein rhythmisches Gefühl.
Wir fördern musikalische Bildung und Erziehung durch:
- Lieder, Finger- und Kreisspiele.
- Musizieren mit Musikinstrumenten und dem eigenen Körper.
- Geburtstagsfeiern werden durch ein Lied stimmungsvoller.
- Im Alltag z.B. durch Schoßspiele
- Beginn des Morgenkreises und dem Mittagsessen mit dem selben Lied als Ritual
3.5.8 Umweltbildung und -erziehung
Die Kreativität und die Phantasie der Kinder werden durch den Umgang mit Naturmaterialien sowie der Tier- und Pflanzenwelt angeregt, weil sie viel mehr Entfaltungsmöglichkeiten haben als beim vorstrukturierten Spiel. Durch die Begegnung mit der freien Natur wird das Selbstverständnis und Verhältnis zur Natur vertraut gemacht. Die Kinder bekommen durch die Wahrnehmung mit allen Sinnen einen emotionalen Zugang zur Umwelt.
Kinder die viel in der Natur spielen, stoßen an ihre Grenzen, da die Kinder zum Denken aufgefordert werden und sie selbst merken, was sie können und was sie nicht können. Durch die Begegnung mit der frischen Luft fördert dies bei den Kindern die Gesundheit und stärkt das Immunsystem.
Umweltbildung und -erziehung umfasst neben der Naturbegegnung und Gesundheit auch das Freizeit- und Konsumverhalten.
Im Zuge zunehmender Umweltverschmutzung, hat sich der Blickwinkel erweitert. Kinder lernen Abfälle zu trennen, Wasser zu schonen, sich vor Sonnenstrahlen zu schützen. Gelernt wird, wie sie zum Erhalt einer gesunden Umwelt und eines gesunden Körpers selbst beitragen können. Die kompostierbaren Küchen-Abfälle werden bei uns im Garten kompostiert.
Wir fördern Umweltbildung und Erziehung durch:
- Regelmäßige Spaziergänge,
- Kennenlernen und Experimentieren in der Natur (Wasser, Erde, Sand,…),
- Spielen mit Naturmaterialien,
- Sinneserfahrungen,
- Spielen im Garten,
- Kompostieren von Küchenabfällen
- Trennen des Mülls im Gruppenraum
3.5.9 Medienbildung und -erziehung
Medien dienen zur Vermittlung von Informationen. Kinder wachsen von Geburt an mit Medien auf und deshalb ist es uns wichtig, dass die Kinder frühzeitig den Umgang mit den verschiedenen Medien erlernen wie z.B.;
- Druck Medien (Bilderbücher)
- Technische Medien (Computer und Fernseher)
- Auditive Medien (Radio, Kassette, CD)
- Visuelle Medien (Fotos)
- Audio- visuelle Medien (Fernseher, Video)
- Im Alter von 0 bis 3 Jahren machen die Kinder erste Erfahrungen mit Medien, indem sie Geräte an- und ausschalten, auf Knöpfe drücken und sehen was passiert.
Wir fördern Medienbildung und –erziehung durch:
- Bilderbücher und Geschichten erzählen.
- Fotos der Kinder (Ich- Buch)
- Hörspiele
- Gespräche
- Telefon in der Gruppe
3.5.10 Demokratiekompetenz
Der Kindergarten ist die erste Gemeinschaft, der Kinder außerhalb der Familie angehören. Kinder machen hier erste Erfahrung mit Aushandlungsprozessen zwischen prinzipiell Gleichberechtigten. Sie erweitern ihr Selbstkonzept und entwickeln erste Konzepte von Gemeinschaft. Im Kindergarten bildet sich das Kind und bildet sich Gesellschaft.
Von daher ist es naheliegend, schon in diesem Alter bestehende Chancen zu nutzen und Voraussetzungen für die Entwicklung von Demokratiekompetenz zu schaffen.
Kindergartenkinder sind in der Lage, ihren Alltag bewusst und gezielt mitzugestalten und Entscheidungen zu treffen. Partizipation ist nicht an ein Alter gebunden, sie bedarf jedoch der geeigneten Unterstützung durch Erwachsene.
So ist eine Teilhabemöglichkeit beispielsweise der „Morgen- oder Stuhlkreis“, wo Kinder von ihren Erlebnissen und Gefühlen erzählen können. Dort werden überschaubare Zeitabschnitte besprochen, neue Aktivitäten geplant, Gesprächsregeln entwickelt und Stimmungslagen besprochen.
Bildung ist ein aktiver, sozialer und sinnlicher Aneignungsprozess, in den sich das Kind ein Bild von der Welt macht.
Bildung als Aneignungsprozess umfasst:
- Sich ein Bild von sich in dieser Welt machen
- Sich ein Bild von anderen in dieser Welt machen
- Das Weltgeschehen erleben und erkunden
3.6 Integration von Kindern mit Beeinträchtigungen bzw. besonderen Begabungen
Ein wichtiges Anliegen unsere Kindertagestätte ist die gleichberechtigte pädagogische Arbeit mit Kindern, unabhängig ihrer individuellen Fähigkeiten, ihrer ethnischen bzw. sozialen Herkunft und ihrem Geschlecht. In den Gruppen können wir Kinder mit erhöhtem Förderbedarf im täglichen Kindergartenalltag fördern und begleiten und somit allen Kindern gleichberechtigt optimale Entwicklungschancen bieten. Das Reizvolle, aber auch eine große Herausforderung, stellt in diesen Gruppen ein harmonisches Miteinander dar. Toleranz, Vielfalt, Offenheit und Akzeptanz werden hier nicht nur vermittelt, sondern selbstverständlich täglich gelebt und erlebt. In unserer täglichen pädagogischen Arbeit schaffen wir die Verbindung zwischen der spezifischen Entwicklungsförderung des einzelnen Integrativkindes und der allgemeinen pädagogischen Entwicklungsförderung aller Kinder. Die spezifische Entwicklungsförderung wird bedarfsgerecht zugeschnitten und erfolgt in enger Kooperation mit dem Fachpersonal.
Alle Kinder lernen im gemeinsamen Zusammensein:
- alle Menschen sind verschieden
- alle haben Fähigkeiten, Schwächen und Grenzen
- sie lernen, sich in ihrer Verschiedenheit zu respektieren, umsichtig auf andere zu achten und sich zurück zu nehmen
- sie werden angespornt und unterstützt, ihre Möglichkeiten und Grenzen zu erweitern
- die Kinder mit besonderem Förderbedarf lernen, sich in der Welt der Nichtbehinderten zurechtzufinden und zu behaupten. Sie erleben zu gleich einen Schonraum, wie auch die Realität.
- alle Kinder erleben: Es ist normal, anders zu sein.
Eine erfolgreich funktionierende integrative Arbeit bedarf einer engen Zusammenarbeit mit allen Beteiligten. Zum einen mit den Eltern, als erste Ansprechpartner, zum anderen aber auch mit allen am Prozess der Förderung und Betreuung beteiligten Fachkräfte. Um gerade auf dem integrativen Gebiet optimale und professionelle Förderung gewährleisten zu können, verfügen einige Mitarbeiterinnen neben dem pädagogischen Fachwissen auch über eine integrative Zusatzqualifikation. Zusätzlich wird unser Team von externen Fachkräften wie Ergotherapeuten, Logopäden oder dem SPZ unterstützt. Sie begleiten abgestimmt auf den speziellen festgestellten und dokumentierten individuellen Förderbedarf die Entwicklung der Kinder. Die Zusammenarbeit basiert auf einer intensiven Kommunikation, einem hohem Maß an Sensibilität und einer abgestimmten Kooperation.
Kinder mit besonderem Förderbedarf haben:
- körperliche und / oder geistige Behinderungen
- Defizite in der Sprachentwicklung
- Beeinträchtigungen in der Wahrnehmungsverarbeitung
- Entwicklungsverzögerungen oder -defizite
- Sozial-emotionale Beeinträchtigungen
- Chronische Krankheiten
- Besondere Begabungen
3.7 Beobachtung und Dokumentation
Die Entwicklung der Kinder, ihr Lernverhalten und Fortschritte auf ihrem Bildungsweg regelmäßig und gezielt zu beobachten, gehört zu den wichtigsten Werkzeugen der Erzieher. Beobachten bildet einen wesentlichen Teil des professionellen Könnens von Erzieherinnen.
Beobachtung und Dokumentation dienen als Werkzeuge für eine systematische Erforschung der individuellen und sozialen Ressourcen oder Potenziale, die Kindern für Aufgabenstellungen zur Verfügung stehen. Pädagogisch unterstützte Bildungsprozesse greifen Ressourcen und Potenziale der Kinder auf, differenzieren, erweitern sie und fordern sie zu neuen Aufgabenstellungen heraus. Auf diese Weise erfassen wir die aktuelle Interessen- und Bedürfnislage der Kindergemeinschaft und berücksichtigen die jeweils aktuellen Themen der Kinder in der Planung, für pädagogische Projekte sowie bei der Materialbereitstellung und Raumgestaltung.
Handwerkzeuge für unsere Beobachtungen sind:
- Die Entwicklungstabelle nach Kuno Beller
- Grenzsteine der Entwicklung
- Sprachlerntagebuch
- Das Sprachlerntagebuch fördert die Beobachtung und Dokumentation von Sprachlern- / -entwicklungsprozessen.
- Das Sprachlerntagebuch gehört dem Kind und seinen Eltern. Es bietet eine weitere Grundlage für die Entwicklungsgespräche mit den Eltern.
- Inhalt und Aufbau knüpfen an das Berliner Bildungsprogramm an. Es bietet eine Struktur für Beobachtungen in dialogischen Situationen.
Entwicklungsgespräche („Gespräch ohne besonderen Anlass“) werden ein- bis zweimal pro Jahr in einer ruhigen und partnerschaftlichen Atmosphäre von einer Gruppenerzieherin oder beiden Gruppenerzieherinnen mit den Eltern durchgeführt. Als Hilfsmittel werden Beobachtungsbögen und das Sprachlerntagebuch sowie Beobachtungsbögen für Eltern zur Vorbereitung eingesetzt.
Der personenbezogenen Teil des Sprachlerntagebuchs und die Beobachtungsbögen bzw. Entwicklungsberichte werden aus Datenschutzgründen in einem abschließbaren Schrank aufbewahrt.
4. Gestalten der Übergänge
4.1 Eingewöhnung
Die Eingewöhnungszeit ist ein wichtiger Abschnitt für die weitere Zeit in der Krippe. Das Kind beginnt sich hierbei aktiv mit der neuen Situation auseinanderzusetzen und sich darauf einzulassen. Es gewöhnt sich langsam an den neuen Tagesablauf, die neuen Regeln, die neue Umgebung und baut eine vertrauensvolle Beziehung zu den pädagogischen Betreuerinnen und den Kindern aus der Gruppe auf.
Damit die Eingewöhnung so angenehm wie möglich gestaltet wird, sind wir auf die aktive Mitarbeit der Eltern angewiesen. Vor der Eingewöhnung findet ein Informationsnachmittag statt. Auch während der Eingewöhnung gibt es einen regelmäßigen Austausch zwischen dem Erzieherteam und den Eltern.
Die Eingewöhnung dauert ca. 2 - 4 Wochen und ist individuell auf die Bedürfnisse des Kindes abgestimmt. In den ersten Wochen begleitet ein Elternteil konstant das Kind in der Krippe. Nach der ersten Eingewöhnungswoche beginnt die erste Trennungsphase, welche höchstens 15 - 20 Minuten dauert. Uns ist eine bewusste Trennung sehr wichtig, denn sonst bekommt das Kind Verlassenheitsängste. Je nach Befinden und Reagieren des Kindes wird die Länge der Trennungsphase gestaltet. Beendet ist die Eingewöhnung, wenn das Kind in der Gruppe isst, trinkt, schläft und sich von seiner Bezugserzieherin beruhigen und trösten lässt.
Die lange und intensive Eingewöhnung ist für die Kinder, die Eltern und das pädagogische Betreuungspersonal sehr wichtig, um sich langsam kennen zu lernen und eine vertrauensvolle Beziehung zueinander aufzubauen. Eltern und Kinder bekommen in dieser Zeit einen Einblick in das Alltagsgeschehen und die Eltern Sicherheit, dass es ihrem Kind gut geht.
Während der Eingewöhnung sind für die Eltern folgende Grundsätze zu beachten:
- In der ersten Eingewöhnungswoche sollte ein konstantes Elternteil das Kind in der Gruppe begleiten, weil dies dem Kind Sicherheit gibt und das Elternteil unseren Ablauf und unsere Regeln kennt.
- Das Elternteil soll versuchen, in der Eingewöhnungswoche nicht mit dem Kind zu spielen, um ihm zu signalisieren, dass die Krippe nur für ihr Kind ist.
- Wichtig ist in dieser Zeit, dass das Elternteil immer für das Kind präsent ist und dass es beim Verlassen des Raumes dem Kind Bescheid gibt, sonst bekommt das Kind das Gefühl, alleine gelassen zu werden.
- Wenn das Elternteil das Kind nach der Trennungsphase wieder abholt, bitten wir das Elternteil, nicht so lange in der Gruppe zu verweilen, um dem Kind zu signalisieren „Ich bringe und hole dich und du darfst in der Zwischenzeit hier spielen“.
- Uns ist es ein großes Anliegen, dass sich die Eltern an die vereinbarten Abholzeiten halten, damit sich das Kind und die Erzieher darauf verlassen können.
- Die ständige Erreichbarkeit der Eltern ist erforderlich.
- Um die Trennungssituation zu erleichtern, darf das Kind einen vertrauten Gegenstand (Schnuller, Kuscheltuch, Teddy…) mit in die Gruppe nehmen.
Während der Eingewöhnung ist es uns wichtig, dass sich das Kind:
- Behutsam in den neuen Tagesablauf eingliedert.
- Seine Wünsche, Gefühle und Bedürfnisse äußern / zeigen darf.
- Sich wohl fühlt, indem die Erzieherinnen dem Kind Vertrauen und Sicherheit geben, denn so ist das Kind offen für Neues.
- Sich zum Erleben / Eingewöhnen individuell Zeit nehmen kann, soviel Zeit, wie es für die Eingewöhnung braucht.
- Seine Bezugserzieherin selbst auswählen darf.
- Sich zuerst an die Räumlichkeiten der Gruppe gewöhnen kann und dann an das Umfeld der Kita.
Die Aufgaben des pädagogischen Betreuungspersonals während der Eingewöhnung:
- Das neue Kind durch vorherige Gespräche (evtl. durch ein Foto des Kindes) in die Gruppe einführen / einbeziehen.
- Kontakt zu dem Kind und Eltern aufbauen.
- Kind (und Elternteil) während der Eingewöhnung beobachten, um sie an ihrem Verhalten und Reaktionen besser kennen zu lernen / verstehen zu lernen.
- Immer für alle Kinder der Gruppe präsent sein, denn dadurch vermittelt das pädagogische Betreuungspersonal Sicherheit und gewinnt das Vertrauen des Kindes.
- Immer an die Gesamtgruppe denken.
- Regelmäßiger Gesprächsaustausch mit den Eltern.
- Durch spielerisches Einbeziehen Kontakte unter den Kindern knüpfen.
- Die Anwesenheit des Kindes in der Gruppe zu verlängern / staffeln.
- Wünsche, Bedürfnisse und Gefühle der Kinder ernst nehmen und darauf eingehen.
Wir vermitteln den Kindern zum Ende eines Kita-Jahres die Vorfreude auf den Wechsel in einen neuen Gruppenraum. Aus Bienchen werden Mäuschen, aus Mäuschen werden Häschen und 12 Kinder der Häschengruppe wechseln in die Bärengruppe.
Wir bemühen uns, bei dem Wechsel der Räume die Bezugserzieherinnen beizubehalten. Der Übergang in einen anderen Gruppenraum ist für die Kinder ein Motivationsschub. Sie wollen Neues lernen und stellen sich neuen Herausforderungen.
Wir vermitteln den Kindern zum Ende eines Kita-Jahres die Vorfreude auf den Wechsel in einen neuen Gruppenraum. Aus Bienchen werden Mäuschen, aus Mäuschen werden Häschen und 12 Kinder der Häschengruppe wechseln in die Bärengruppe.
4.2 Gruppen- und Raumwechsel
Wir vermitteln den Kindern zum Ende eines Kita-Jahres die Vorfreude auf den Wechsel in einen neuen Gruppenraum. Aus Bienchen werden Mäuschen, aus Mäuschen werden Häschen und 12 Kinder der Häschengruppe wechseln in die Bärengruppe.
Wir bemühen uns, bei dem Wechsel der Räume die Bezugserzieherinnen beizubehalten. Der Übergang in einen anderen Gruppenraum ist für die Kinder ein Motivationsschub. Sie wollen Neues lernen und stellen sich neuen Herausforderungen.
4.3 Vorbereitung und Begleitung des Übergangs in die Schule
Kinder freuen sich im Allgemeinen auf die Schule. Hier lernen sie endlich lesen, schreiben und rechnen. Sie sind hoch motiviert, sich auf den neuen Lebensraum einzulassen. Der Schuleintritt ist jedoch auch ein Übergang, der mit Unsicherheit einhergeht.
Die Vorbereitung auf die Schule beginnt mit dem ersten Kindergartentag. Lernen, auch das für die Schulfähigkeit findet täglich in spielerischer Form statt.
Unsere Schwerpunkte sind:
- Selbständigkeit und Eigenverantwortung
- Arbeitshaltung: Ausdauer, Konzentration, Aufgabenverständnis
- Experimentierfreude, Anstrengungsbereitschaft, Lernbereitschaft
- Allgemeine Wissenvermittlung
- Grob- und Feinmotorik: Koordination, Stifthaltung
- Sprache: Aussprache, Wortschatz, Grammatik
- Mathematik: Erfassen von Zahlen und Mengen, Formen und Farben.
Im letzten Kitajahr vermittelt eine entsprechend ausgebildete Fachkraft den Kindern gezielte Verkehrserziehung.
Wir bieten den Kindern vielfältige Einstiegshilfen, um die Schule kennen zu lernen. Dies erfolgt zeitnah vor dem Schuleintritt. Wir besuchen mit den Vorschul-Kindern die benachbarten Grundschulen und die Lev-Tolstoj-Schule und umgekehrt laden wir Lehrer in die Kindertagesstätte ein, um einen Austausch zwischen Lehrern und Eltern herzustellen.
Mit Aktionen, wie der 3-tägigen Kinderreise, Schultütenbasteln, Übernachtungsfest und der Abschiedsfeier wollen wir Höhepunkte setzen, die den Kindern noch lange in schöner Erinnerung bleiben.
Wir wollen damit die Vorfreude auf die Schule fördern und den Abschied vom Kindergarten erleichtern.
Die benachbarte Melli-Beese-Grundschule hat eine Kooperation mit uns aus Zeitmangel bisher abgelehnt.
5. Erziehungspartnerschaft mit Eltern
Die Zusammenarbeit mit Eltern ist eine Erziehungspartnerschaft zwischen Kindergarten und Elternhaus und wird von dem Gedanken der gemeinsamen Verantwortung für die Kinder geprägt. Das Ziel ist dabei eine partnerschaftliche Kooperation in Sachen Erziehung, Förderung und Bildung der Kinder. Diese Kooperation sehen wir als eine auf Offenheit und Vertrauen, auf Kommunikation und Austausch, auf Transparenz und Fairness basierende Zusammenarbeit. Die Eltern sind für uns die Experten in den auf ihre Kinder bezogenen Fragen.
Die ersten wichtigen Informationen erhalten die Eltern noch vor der Aufnahme des Kindes in die Kita - sie bekommen die Gelegenheit, sich die Kita anzusehen, Fragen zu stellen und bekommen unsere Konzeption ausgehändigt. Wir bitten sie darum, diese vor der Aufnahme des Kindes zu lesen. Nur wenn die Inhalte der Konzeption auch den Vorstellungen der Eltern entsprechen, kann es zur konstruktiven Zusammenarbeit kommen. Mit allen Eltern, deren Kinder bei uns aufgenommen werden, führen wir zunächst ein ausführliches Gespräch. Die Bezugserzieherin bespricht mit den Eltern die Gestaltung der individuellen Eingewöhnung.
In persönlichen Einzelgesprächen erfolgt der Austausch zwischen Eltern und Erziehern. Mindestens einmal jährlich findet ein Entwicklungsgespräch statt, in dem über Erfolge, Fortschritte und Ausbaupotential in der Entwicklung und Förderung des Kindes sowie über seine besonderen Bedürfnisse gemeinsam reflektiert wird. Die Erzieher und Eltern überlegen gemeinsam, wie das Kind weiter gefördert werden kann und wie sie sich gegenseitig dabei unterstützen können.
Wert legen wir in unserer Arbeit auf die Transparenz des Kita-Alltags für die Eltern, die in Form von Aushängen, Wochenplänen an den Gruppeninformationswänden und der Kita-Infotafel, Projektberichten und Vorstellung der Projektergebnisse in der Wandzeitung, persönlichen Gesprächen und Elternabenden, gewährleistet wird.
Im regelmäßigen Turnus finden Gruppen-Elternabende statt. Jede Gruppe wird von Elternsprechern vertreten, die eine Brücke zwischen Eltern, Erziehern und Leitung / Träger bilden. Alle Eltern einer Gruppe haben häufig unterschiedliche Wünsche und Bedürfnisse. Die Elternvertreter haben die Aufgabe, die Wünsche der Eltern mitzuteilen, die Informationen weiterzugeben und bei Konflikten zu vermitteln.
Eltern bitten wir, mit ihrer Kritik zu den Personen zu gehen, die damit in direktem Zusammenhang stehen. Oft reicht ein klärendes Gespräch. Sollte das Gespräch doch nicht zu der Zufriedenheit der Beteiligten führen, dann ist der nächste Schritt ein Gespräch mit der Kita-Leitung. Die Kita-Leitung spricht russisch und deutsch und kann bei Verständigungsproblemen russischsprachiger Eltern hinzugezogen werden.
Der Elternausschuss besteht aus den Gruppenelternvertretern, welche von den Eltern gewählt wurden, in dem sich die Elternvertreter über die aktuelle Situation in der Kita austauschen. Im Elternausschuss finden Diskussionen zur Meinungsbildung zu Themen statt, die von gruppenübergreifendem Gewicht sind. Diese Anliegen werden dann ggf. in den Kita-Ausschuss eingebracht.
Der Kita-Ausschuss besteht aus 4 Elternvertretern (je Gruppe ein Elternvertreter), 4 Mitarbeitern (je Gruppe ein Mitarbeitervertreter) und der Kita-Leitung. Der Kita-Ausschuss wird 3 x jährlich von der Kita-Leitung einberufen. Eltern und Erzieher wirken bei allen wichtigen Angelegenheiten, die Eltern und Beschäftigte der Einrichtung gleichermaßen betreffen, mit. Die Kita-Leitung ist in diesem Gremium der Trägervertreter. Bei wichtigen Themen kann auch der Träger von der Kita-Leitung eingeladen werden bzw. können Elternvertreter auch einen außerordentlichen Kita-Ausschuss über die Kita-Leitung einberufen.
Beispiele für Themen des Kita-Ausschusses: Festlegung von Öffnungs- und Schließzeiten, Umbauten, pädagogisches Konzept, Vorstellen und Diskussion über die längerfristige Personaleinsatzplanung, Abstimmung von Festen und Feiern, Gestaltung des Sommerfestes, Verwendungsnachweis für die zusätzlichen Beiträge und Beratung über die Höhe der zusätzlichen Beiträge und das von Eltern gewünschte Angebot an zusätzlichen Leistungen.
Die Gremien der Elternbeteiligungen entsprechen in unserer Kindertagesstätte den Regelungen im § 14 KitaFöG. Die Elternvertreter können aus ihrer Mitte eine Vertretung und eine Stellvertretung für den Bezirkselternausschuss wählen. Der Bezirkselternausschuss Treptow-Köpenick hat folgende Kontaktdaten:
Bezirkselternausschuss Berlin Treptow-Köpenick
Internet: www.bea-kita.net/tk/
Einmal jährlich werden schriftliche Elternbefragungen in Form von Fragebögen durchgeführt, um Wünsche, Bedürfnisse, Einschätzungen und Rückmeldungen zu erfassen und die Ergebnisse unserer Arbeit einzuschätzen.
Die Durchführung von Festen ist ohne Eltern nicht denkbar, da regelmäßig der kulinarische Teil von den Eltern abgedeckt wird. Hier ist ein zwangsloses Zusammensein möglich. Eltern haben die Gelegenheit sich kennen zu lernen und Erfahrungen auszutauschen.
Einen weiteren Baustein der Erziehungspartnerschaft mit Eltern bilden die Elternbildungsangebote. Insbesondere unter Berücksichtigung der bilingualen Konzeption unseres Kindergartens werden Vorträge und Veranstaltungen zum Thema „Zweisprachigkeit“ und andere thematische Schwerpunkte angeboten.
6. Zusammenarbeit mit anderen Institutionen und Einrichtungen
Während ihr Kind den Kindergarten besucht, haben wir auch oft Kontakt zu anderen Einrichtungen, die manchmal das Kind direkt betreffen oder eine Hilfestellung für die Eltern bieten können.
Wir arbeiten mit folgenden Institutionen zusammen:
- Frühförderstelle
- Beratung und praktische Hilfestellung bei Entwicklungsauffälligkeiten oder
- –verzögerungen, Erziehungsproblemen
- Logopädie
- Förderung des Kindes bei Sprachauffälligkeit oder- störungen
- Ergotherapie
- Ganzheitliche Förderung der Wahrnehmung und der körperlichen Entwicklung
- Erziehungsberatungsstelle
Hilfestellung bei Erziehungsproblemen
- Jugendamt
Zuständig für Anträge zur Förderung von Kindern in Kindertageseinrichtungen (Kita-Gutschein)
- Gesundheitsamt
Zuständig bei Fragen der Hygiene und Krankheiten, Kontrollfunktion der Einrichtung
- Grundschulen
Als nächste Institution, die Kinder nach der Kindergartenzeit besucht
Alle Adressen mit Telefonnummern können Sie bei Bedarf gerne in der Einrichtung erfragen.




